11. Jun 2021 | Hunde verstehen | 0 Kommentare

Lernen mit Hunden – Spiel, Spaß und los geht’s.

Da braucht es nicht viel dazu. Einfach mit Deinem Hund losgehen und schon gibt es ganz viele Dinge, die Du mit und von Deinem Hund lernen kannst.

Schnüffelt Dein Hund gerne – machen ja die meisten ausgiebig? Hast Du Dich schon mal gefragt, was es Deinem Hund bedeutet, wenn er schnüffelt. Und ich meine jetzt nicht „er liest den Kleinanzeigenteil der Zeitung“.

Was die Hunde mit ihrer Nase und dem dazugehörigen Geruchssinn treiben ist für uns nicht nachvollziehbar. Doch Du kannst versuchen Deinen Hund zu verstehen in dem, was er da tut und indem Du Dich für das Thema „Lernen mit Hunden“ öffnest.

Hast Du Deinen Hund mal beobachtet, wenn er genüsslich einen Grashalm von oben bis unten mit seiner Nase begutachtet? Und wie es aussieht muss es genau dieser Grashalm sein – nicht einer der unzähligen anderen, die auch rumstehen. Oder es gibt unzählige andere Gelegenheiten.

Ich mag Dir ein paar kleiner Beispiele von mir und meinen Hunden beschreiben, wie ich von Hunden lerne.

Heller langhaariger Hund auf der Wiese
Heller langhaariger Hund auf der Wiese

Beispiel: Der Hund versinkt in seiner Geruchswelt.

Im ersten Lebensjahr von Doolittle hat er mich nahezu wahnsinnig gemacht mit seinen Geruchsausflügen.

Ständig blieb er stehen und schnupperte, was das Zeug hält. Nicht nur ein Grashalm musste bis ins kleinste Detail erkundigt werden, nein auch die nebenstehenden. Da zieht sich ein Spaziergang schnell mal ganz schöne in die Länge.

Habe ich ihn gerufen regierte er nicht. Ich dachte der Rückruf würde nicht funktionieren und übte den nochmal. Doch das half nicht weiter, wenn er sich auf einem seiner Geruchsausflüge befand.

Also schaute ich mal genauer hin. Eigentlich schaffte ich es nur ihn weiter zu bringen, wenn ich mich vor ihn stellte und ihm klar machte, dass wir nun gemeinsam weiter gehen werden.

Hatte er das verstanden ging er auch einfach weiter. Das verdutzte mich doch sehr. Ich hätte gedacht, dass er weiter schnuppern möchte und sich gleich daneben eine neue Stelle suchen würde. Aber nein, er ging einfach weiter. Aha!

Danach versuchte ich ihn aus unterschiedlichen Entfernungen zu rufen. Und siehe da, wenn ich direkt bei ihm stand 😉 klappte es auch mit dem Rückruf. Er schaute mich an und kam. Doch der Blick war nicht nur ein einfaches schauen. Er schaute mich mit einem völlig verklärten Blick an und sein Unterkiefer klapperte noch leicht.

Da verstand ich: Dieser Hund hört mich gar nicht, wenn ich 10 Meter weg bin und ihn rufe. Der ist völlig in seine eigene Geruchswelt versunken.

Das half mir ungemein weiter. Ich habe angefangen ihn aus einem Meter Entfernung zu rufen, bis das gut klappte. Dann habe ich die Entfernung langsam gesteigert und siehe da, nach ein wenig Zeit war er auch aus größerer Entfernung abzurufen, obwohl er geschnuppert hat.

Durch das ganz langsame aufbauen der Entfernung, hat er gelernt trotz eines Geruchsflashs noch ein wenig seiner Aufmerksamkeit bei mir zu haben.

So einfach kann es sein – Lernen mit Hunden.

Wie weit darf sich ein Hund entfernen? Lerne vom Hund!

Vor kurzem hatte ich eine wunderbare Lernerfahrung mit meiner Hündin Godiva. Ein weiterer Step in meiner Erfahrung zu Lernen mit Hunden.

Es gibt Momente, in denen sie einfach wie irre losrennt. Ein Stück nach vorne, kehrt um, rennt an mir vorbei, dreht wieder, rennt wieder an mir vorbei und dann hält sie ein Stück vor mir wieder an.

In diesem Moment ist sie nicht zu stoppen.

Bisher hatte ich noch nicht heraus gefunden, was dieses Verhalten auslöst. Jetzt habe ich von ihr gelernt, was einer der Gründe ist 🙂

Sie läuft frei.

Ich bleibe stehen und schaue mir etwas an – den Himmel, eine Blume oder Löcher in die Luft..

In diesem Fall läuft sie noch ein Stück voraus und wartet dann auf mich. Wenn ich aufschließe und noch ein paar Meter von ihr weg bin, läuft sie weiter.

Bleibt sie stehen, um sich etwas genauer „anzuschauen“, gehe ich in der Regel ein gutes Stück weiter.

Nun habe ich genauer hingeschaut: Sie bleibt stehen und schnuppert, ich entferne mich, indem ich einfach weiter gehen. Das hat das Verhalten – ich renne wild hin und her – ausgelöst!

Nach ein paar wenigen weiteren Versuchen habe ich heraus gefunden, dass sie dieses Verhalten zeigt, wenn ich zu weit weg gehe und dann erst auf sie warte.

Ergebnis: Wenn ich mich nur ca. 15 Meter von ihr weg bewege und dann auf sie warte, fällt sie nicht in dieses Verhalten.

Ich war total begeistert von dieser Erkenntnis! Also bin ich noch ein paar Mal stehen geblieben und sie hat immer nach ca. 15 Metern auf mich gewartet. Auch wenn ich mich länger umgeschaut habe, stand sie einfach da.

Vielleicht bilde ich mir das ein aber ich hatte das Gefühl, dass sie sich mit der Zeit mehr entspannte. Sie hat angefangen sich mehr und entspannter umzuschauen. Hat es mir zu lange gedauert, habe ich sie gerufen und sie ging sofort weiter.

Ich bin ihr sehr dankbar für diese Lernerfahrung. So können wir beide entspannter unseren gemeinsamen Weg gehen.

Weißer Hund vor blauem Himmel
Schwarzer Labrador auf der Wiese
Weißer Hund vor blauem Himmel
Schwarzer Labrador auf der Wiese

Wenn der Hund Dir zeigt, was für ihn Sinn macht.

Ein Beispiel, das nichts mit Schnuppern zu tun hat. Fitz mochte mit seinem schwarzen Fell die Hitze nie so wirklich.

Ich weiß noch wie heute, als wir zu einem Welpentreffen seiner Züchterin gefahren sind. Er war ca. 9 Monate alt und konnte schon richtig viel. Was auch daran lag, dass er sehr schnell lernte.

Wir kamen an, es gab strahlenden Sonnenschein und die Hunde verstanden sich super. Irgendwann am Nachmittag wollten wir ein paar gemeinsame Übungen machen. Cool – wir sind bereit – dachte ich 🙂

Alle stellten sich im Kreis auf und eine der Aufgaben war den Hund in die Mitte abzulegen und zurück in den Kreis zu gehen. Der Hund sollte da bleiben. Das war eine unserer leichtesten Aufgaben.

Ich legte Fitz ab, ging zurück an meinen Platz im Kreis und drehte mich um. Fitz war aufgestanden und hatte sich wo anders hingelegt. An den Rand des Kreises. Du kannst Dir vielleicht vorstellen, dass ich fast vom Glauben abgefallen bin, dass Fitz nicht geblieben war. Auf ein Neues – ich rief ihn zu mir, legte ihn wieder in die Mitte des Kreises und ging zurück an meinen Platz. Da ich die Anderen schon schmunzeln sah, wusste ich was mich erwartet, wenn ich mich umdrehe. Mein Hund hatte sich wieder an den gleichen Platz wie zuvor gelegt.

Nun fing ich an nachzudenken. Wäre er mir hinterher gelaufen, das hätte ich verstanden. Aber dass er sich woanders hin legt, das hat mich gewundert.

Lernen mit Hunden – einfach Lösung!

Die Lösung war gar nicht schwierig. Ich hatte Fitz zweimal in die Sonne abgelegt und er ist zweimal in den Schatten umgezogen. Da ist er dann ja auch geblieben. Ich war total begeistert von der Leistung meines Hundes und habe das auch lautstark Kund getan. Doch mit meiner Begeisterung blieb ich alleine. Die anderen Menschen waren der Meinung ich würde das Verhalten meines Hundes nur schön reden. Wenn ich ihn wo ablege, dann müsse er auch bleiben.

Tja, die Meinungen sind unterschiedlich. Ich habe daraus gelernt, dass ich mir vorher die Umgebung anschaue, bevor ich mit meinem Hund was mache. Ich selbst halte mich auch sehr viel lieber im Schatten auf – so tue ich uns beiden einen Gefallen. Mir bereitet Lernen mit Hunden unendlich viel Freude.

Hundeerziehung durch Lernen mit Deinem Hund

Manche Dinge gehen wirklich viel einfacher, wenn Du Deinen Hund mit einbeziehst. Findest Du Beispiele für Dich und Deinen Hund, anhand derer Du von Deinem Hund lernen könntest bzw. er Dir etwas zeigen möchte?

Damit meine ich nicht, dass Du Dich zu jedem Zeitpunkt auf Deinen Hund einlassen sollst. Manchmal entscheide ich auch einfach, weil ich das jetzt so möchte oder weil es aus meiner Sicht Sinn macht.

Viel Spaß wünsche ich Dir immer und überall mit Deinem Schatz auf vier Pfoten. 👣❤️🐾

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Ich bin Susanne Allgeier von Septemberhund.
Rund um den Hund und rund um das Thema „Hunde verstehen lernen“. Das findest Du in meinem Blog. Ebenso wie Themen zu den Bedürfnissen des Hundes wie z.B. Bindung und Sicherheit.

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