2. Okt 2021 | Hunde verstehen | 0 Kommentare

Leinenführigkeit – Wenn Dein Hund Dich durch’s Leben zieht!

Das Thema ist wenig geliebt in Deinem Leben und der Welt der Hundeerziehung. Und doch ist es super wichtig. Manche fühlen sich hilflos oder ohnmächtig wieder Andere sind einfach nur genervt, wenn der Hund wie verrückt an der Leine zieht.

Total verständlich! Wenn Dich das Thema auch betrifft kommt hier eine erfreuliche Botschaft: Du bist nicht alleine, sondern Teil einer großen Gemeinschaft.

Der Umgang mit dem Thema der Leinenführigkeit ist vielfältig. Der Hund wird immer wieder zurück gezerrt, er wird unfreundlich angesprochen, oder einfach frei laufen gelassen, sobald es die Umgebung her gibt.

Wie kommst Du nun an den Punkt, dass Du anfängst Dich mit dem Thema, mit Dir und Deinem Hund auseinander zu setzen?

Mit dem ersten Schritt – Auch die größte Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Und mit einer Methode, die Dir recht schnell kleine Erfolge schenkt!

Hund zieht und zerrt an der Leine
Hund zieht und zerrt an der Leine

Was passiert in Dir?

Oberflächlich betrachtet denkst Du vielleicht der Stress beginnt, wenn Du mit Deinem Hund raus gehst. Doch das stimmt nicht!

Der Stress beginnt schon drin. Du überlegst Dir genau, welche Wege Du gehst, damit Dir keine Hunde begegnen oder keine Menschen oder wo Du Deinen Hund recht schnell frei laufen lassen kannst.

Es kann sogar sein, dass Du nur kurze Spaziergänge planst, weil es sofort anstrengend wird, sobald Du raus gehst. Das muss erst mal einer aushalten. Ist ja eine ganz schöne Kraftanstrengung, wenn Dein Hund mit 20 oder 30 Kilo ständig an der Leine zieht

Du hast körperliche Beschwerden: Dir tun die Arme weh oder sind gezerrt oder der Rücken schmerzt. Vielleicht bist Du auch schon gestürzt und hast Angst, dass genau das wieder passiert.

Oder es beeinträchtig das Verhältnis zu Deinem Hund generell, weil Du weniger Spaß mit ihm erlebst und das ist richtig schade – sowohl für Dich als auch Deinen Hund.

Was passiert in Deinem Hund?

Dein Hund sieht die Leine und freut sich, dass es raus geht 🙂

Es kann vorkommen, dass er sich so sehr freut, dass es schwierig wird ihm die Leine dran zu machen. Vermutlich wundert er sich, warum Du nicht in seine unbändige Freude mit einsteigst. Auf jeden Fall vermittelt er Dir, dass es schnell gehen soll und treibt Dich ein wenig (?) an. Kann ja nicht schaden.

In seinem Überschwang bekommt er gar nicht mit, dass Du mit ihm sprichst und versuchst ihn zu beruhigen.

Aber… endlich ist es geschafft und er hat den Weg nach draußen gefunden. Dort gibt es so viel Neues zu entdecken und Altes zu kontrollieren. Also, ab geht die Post und rein ins Vergnügen.

Wenn da nur dieses lästige Ding namens Leine nicht wäre. Er findet das Gezerre gar nicht spaßig und es kostet ihn enorm viel Kraft und Energie seinen Menschen mit durch die Gegend zu ziehen. Vielleicht denkt er: Wäre eigentlich viel angenehmer, wenn der Mensch selbständiger wäre und nicht auf sein Ziehen angewiesen wäre. Ist halt so, macht nix, baue ich eben ein paar Muskeln mehr auf.

Er strengt sich an, kommt ins schwitzen und hechelt ganz schön dabei. Er würde es sich definitiv anders wünschen.

Wenn er wüsste, wie der erste Schritt geht, er würde sicher mit der Leinenführigkeit starten 😉

Leinenführigkeit, Hund zieht an der Leine
Mensch mit Hund an der Schleppleine
Leinenführigkeit, Hund zieht an der Leine
Mensch mit Hund an der Schleppleine

So findet Ihr zusammen im Thema Leinenführigkeit!

Der erste Schritt in eine entspannte gemeinsame Zeit muss von Dir kommen!

Also nimm erst einmal Tempo raus und geh langsam. Richtig langsam! Das verhindert nicht das ziehen aber bringt etwas Ruhe in das Ganze.

Manche Hund reagieren auch schon auf das langsamere Gehen. Dann bleib immer mal wieder stehen, ruf Deinen Hund zu Dir und lobe ihn. Da ich sehr gerne mit Futter Verhalten verstärke, bekommt der Hund eine Futterbelohnung für das, dass er sich Dir zugewandt und sich gesetzt hat.

Du schafft so eine Basis für Aufmerksamkeit draußen und auch an der Leine.

Mach nicht einfach nur „Sitz“ mit dem Hund, sondern schaffe Dir ein ganz klares Bild, wie Du das „Sitz“ haben möchtest. Je klarer Deine Vorstellung, um so besser kannst Du Deinem Hund vermitteln, was Du von ihm möchtest.

Soll Dein Hund neben Dir sitzen oder vor Dir, möchtest Du einen Blickkontakt oder ist es Dir egal wo Dein Hund hin schaut. Wenn Du Dich dabei ertappst, dass es Dir reicht, wenn Dein Hund Dir den Rücken zu dreht – frag dich nochmal, ob das Deiner klaren Vorstellung von „Sitz“ in dieser Situation entspricht.

Lobe Deinen Hund wann immer er etwas gut und richtig gemacht hat. Werde zu einem Fan des Lobens. Dein Hund wird begeistert sein und Dir seine Aufmerksamkeit schenken.

Und los geht’s mit dem lockeren gehen an der Leine.

Wenn Du da angekommen bist, dann hast Du schon einige kleine und größere Erfolge erzielt und kannst mit dem Training zur Leinenführigkeit starten.

Deinen Hund dazu zu bringen, locker an der Leine zu gehen braucht einen strukturierten Aufbau und Geduld. Da es den Rahmen sprengen würde, die einzelnen Schritte in diesem Artikel ausführlich zu beschreiben, habe ich ein Workbook dazu geschrieben.

Mehr Informationen dazu findest Du hier:

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Ich bin Susanne Allgeier von Septemberhund.
Rund um den Hund und rund um das Thema „Hunde verstehen lernen“. Das findest Du in meinem Blog. Ebenso wie Themen zu den Bedürfnissen des Hundes wie z.B. Bindung und Sicherheit.

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